Die frühkindliche Hörstörung

Wie?

Eine kindliche Hörstörung ist häufig durch eine gut behandelbare Hörstörung im Mittelohr bedingt. Sie ist Folge einer Sekretansammlung im Mittelohr (Paukenerguss). Das Sekret entsteht durch eine Verlegung der Eustachischen Röhre bei zu großen Rachenmandeln (im Volksmund „Polypen“ genannt). Eine nur durch ein Hörgerät korrigierbare Hörstörung im Innenohr ist relativ selten (unter 1 von 1000 Kindern).

In der Regel wird eine frühkindliche Hörstörung nicht durch die Eltern des Kindes, sondern nur zufällig bei einer HNO- oder kinderärztlichen Untersuchung festgestellt.

Das Mittelohr

Wenn ein Paukenerguss länger als 3 Monate besteht, ist das Sekret im Mittelohr so dickflüssig geworden, dass es nicht mehr über die Eustachische Röhre abfließen kann (ca. 1 von 50 Kindern). Man muss dann durch einen kleinen Schnitt im Trommelfell das Sekret absaugen und manchmal bei sehr zähem Sekret ein kleines Röhrchen (Paukendrainage) legen, welches sich von selbst nach ½-1 Jahr abstößt. In aller Regel werden die „Polypen“ gleichzeitig entfernt. Die OP wird meist zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr ambulant in Narkose durchgeführt (OP-Dauer ca. 30 min.).

Das Innenohr

Eine Innenohr-Hörstörung kann bereits beim Neugeborenen durch die Ableitung otoakustischer Emissionen (TEOAE) ausgeschlossen werden. Nur wenn keine Emissionen ableitbar sind, ist eine weitergehende Untersuchung in einem Zentrum für kindliche Hörstörungen (Pädaudiologie) erforderlich.